Hilfe! Lernstillstand.


... your English-Job-Boosting!

"Ich habe einen Lernstillstand, mache keine Fortschritte ...”

Eine Aussage, die wir in 2 Fällen hören:

Die TeinehmerInnen werden nicht systematisch trainiert. Das Trainings-Mix wird gar nicht oder lückenhaft umgesetzt.

Es stimmt tatsächlich, dass man während monate- oder jahrelanger Trainingsphasen (vergl. Sport) viele Hochs und Tiefs durchläuft. In manchen Wochen fühlen wir uns gut, Training und Fortschritte beflügeln uns, in anderen Wochen glauben wir zu schleichen, als ob uns jemand bremst...

Das ist völlig normal, muß aber trotzdem ernstgenommen und besprochen werden. Nimmt man das Thema vorweg, nimmt man ihm die Dramatik. Hat jemand 2, 3 Jahre regelmäßig trainiert, erreicht er ein Level, das er mit einem regelmäßig einmal pro Woche stattfindenden Training tatsächlich nicht mehr erhöhen kann.

Der Nutzen des Trainings liegt jetzt nur in der Erhaltung der Sprechfähigkeit. Das kann man als Trainer genauso so sehr gut vermitteln, auch anhand eines Vergleichs zum Sport. Lernt man eine neue Sportart, einmal pro Woche 90 Minuten, baut man einige Zeit seine Fähigkeiten auf, wird besser und besser. Irgendwann stagniert der Fortschritt.

Jetzt muss die Entscheidung fallen: Entweder ich bleibe bei gleichem Zeitaufwand auf diesem Level stehen, sie bauen sich die Fähigkeiten aber auch nicht ab, dank des Trainings.

Oder aber ich will besser werden und deshalb zwangsläufig die Frequenz und Dauer des Trainings erhöhen. Mit 1 Stunde Training in der Woche werde ich weder Spitzensportler noch Spitzen-Speaker, das wird jedem klar, wenn er darüber nachdenkt, nachdem er von uns dazu inspiriert wurde.

Wichtig ist jedoch, dass wir diese oft unartikulierten Zweifel erkennen, nachfragen oder von selbst darauf zu sprechen kommen. Wir fangen mit dieser Erkenntnis diejenigen ab, die schon vorzeitig aufgeben wollten, weil sie keine Fortschritte mehr sehen.

Während im Anfängerbereich Fortschritte schneller erkennbar sind, verschwimmt mit zunehmenden Kenntnissen und Fähigkeiten alles zu einer komplexen Masse. Vorstellen kann man sich dies wie eine auf die Spitze gestellte Pyramide. Anfangs lernt man auf schmaler Basis in der Spitze hohe aber schmale "Scheiben". Diese Scheiben werden zwar immer breiter, weil wir immer mehr wissen - und dadurch auch immer mehr wiederholen müssen - aber die Scheiben werden auch immer dünner.

Wiederholungen nehmen immer mehr Raum ein. Für Neues bleibt weniger Zeit. Will man jetzt nicht nur Erreichtes erhalten - ebenfalls ein extrem wichtiges Trainingsziel - sondern wieder größere Schritte vorankommen, müßte die Trainingsintensität (häufigeres Training pro Woche) erhöht werden.

”Ich bin sprachlich unbegabt”

... sagen 98 von 100 Menschen auf der Straße und in unseren Trainingsräumen. Klar, dass keinem etwas "zufliegt", wenn man jede Gelegenheit vermeidet, bei der man etwas lernen, seine Fähigkeiten trainieren und ausbauen könnte. Die meisten Menschen suchen nicht den Kontakt mit der Sprache, sie umgehen Englisch, wo immer sie können.

Während die "Sprachbegabten" in die USA und England reisen und sich in Deutschland mit englischsprachigen Freunden treffen, englische Zeitschriften lesen und US-TV sehen um sprachlich fit zu werden/bleiben oder, mancher glaubt es kaum, einfach so, zum Spaß, umgehen andere mit System jede dieser Möglichkeiten.

Nur ca. 1-2 von hundert Menschen sind tatsächlich sprachunbegabt. Der Rest muß einfach nur endlich einmal mit dem Training anfangen und dabeibleiben, statt den Beginn immer wieder aufzuschieben und nach 2-3 Trainings bereits zum 3. Mal im Leben wieder aufzugeben.

Beim Teilnehmer zu erwähnen: Lernt ein Zweijähriger in 3 x 90 Minuten Deutsch? Fragt ihn jemand, ob er sprachbegabt ist? Und trotzdem spricht “jeder Depp” nach einiger Zeit. Warum? Weil er sprechen WILL - oder noch banaler, weil er es einfach jeden Tag tut.

”Ich kenne noch zu wenige Vokabeln”

... ist die meist benutzte Ausrede, um sich vor dem Englisch sprechen HIER und JETZT zu drücken. Lieber erst "nächste Woche", "wenn ich mehr Vokabeln kann!" sind Standardsätze.

Dabei ist es selbstverständlich möglich, selbst von 70 - 80-jährigen, als absolute Anfänger - OHNE BUCH - kurze, einfache Sätze schon in den ersten Trainingsstunden zu sprechen. Erst recht können dies dann Teilnehmer/innen, die die Basis bereits in der Schule lernten.

Nicht die Zahl der abrufbaren Vokabeln ist für Kommunikationerfolg / Verständigung entscheidend. Wichtig ist, wie flexibel ich bekannte Wörter einsetzen und virtuos zu immer neuen treffenden Aussagen kombinieren kann. "Wenig Vokabular!" steht bei OK für "umständlich und unflexibel”

Zu unterschiedliche Kurslevel in einer Gruppe.

Größte Probleme haben wir, wenn über Wochen hinweg TeilnehmerInnen mit stark abweichenden Vorkenntnissen, bzw. Sprechfähigkeiten in einem Kurs sind.

Die nicht so Fortgeschrittenen fühlen sich unter Druck gesetzt, die anderen fühlen sich unterfordert. Wenn Ihnen dieser Zustand auffällt, melden Sie ihn bitte sofort per Tagesbericht, bzw. finden Sie für die TeilnehmerIn einen anderen Kurs auf geeignetem Kurs-Level.

Meist wollen TeilnehmerInnen nicht wechseln, weil sie gerne bei Ihnen und in Ihrer Gruppe sind. Langfristig entwickelt sich eine solche Situation jedoch eher zum Problem. Meist nicht offen aber doch unterschwellig. Deshalb bieten wir lieber Alternativen an.

Dem Stärkeren sagen wir, dass er sich in einer anderen Gruppe besser und schneller entwickelt, das ist besser für seinen Job. Dem Schwächeren können wir genau dies auch sagen, denn er kann sich unbeschwerter entwickeln und kommt häufiger zum Sprechen, da ihm die Besseren nicht jeden Satz vor der Nase wegschnappen, ihm einfach jedes Mal mit ihrer Antwort Sekunden zuvor kommen.

Stamm-Gruppe bestimmt den Kurslevel.

Gäste halten sich meist gerne im Hintergrund, besonders wenn sie einen Kurs besuchen, dessen Level ihnen zu fortgeschritten ist. Am eindrucksvollsten präsentieren Sie Ihren Kurs, wenn Sie für Ihre Stammgruppe das Training gestalten und nicht etwa, wenn Sie ein Spagat zwischen Stammgruppen-Level und Gäste-Level versuchen.

Das Ergebnis wird ein Wischiwaschi-Training, nach dem sowohl Ihre TeilnehmerInnen als auch der Gast unzufrieden sein werden.
Warum? Weil beide nicht ihr erwartetes Training fanden. Ein schlechter Kompromiss also.

So wichtig uns neue Kunden, InteressentInnen sind, sie sind Gäste und sollen als solche an einem Kurs zwar teilnehmen und "hineinschnuppern" aber nicht unbedingt aktiv teilnehmen, wenn Sie vom Level her gesehen nicht hineinpassen.

Du Trainer - du Teilnehmer

Manche TeilnehmerInnen bieten gleich am Anfang das vertraute "Du" an, verstehen sich als "Klassensprecher". Manche der TeilnehmerInnen akzeptieren dann zwar das pauschal verordnete Du - wirklich zufrieden sind sie damit aber oft nicht.

Es gibt kein allgemeingültiges Rezept. Handeln Sie so, wie Sie es für gut halten. Ich selbst habe Gruppen, in denen nach jahrelangem Training das “Sie” gilt. Es gibt andere, mit denen wir das “Du” vereinbarten. 

Neiiiiin - bitte Gäste nicht von Kurs zu Kurs schicken!

Gäste, also InteressentInnen, die sich für einen Kurs interessieren, die schon viele Informationen über OK erhielten, die die Preise bereits kennen, möchten, nachdem sie sich einen Kurs angesehen haben, einen Gesprächspartner, der ihnen konkret eine Lösung vorschlägt.

Sie erwarten, dass Sie als Trainer ihnen hilft. Sie möchten keinen, der sagt: “Schauen Sie sich noch einmal den Kurs am Tag X an!”

Treffen Sie mit Ihrem Gast Entscheidungen. Lösen Sie sein Problem. Schlagen Sie konkret einen Kurs vor. Bitte sagen Sie nicht: "Schauen Sie sich doch noch einmal jenen Kurs an!" Das verunsichert Ihre Gäste und stellt nicht zufrieden. Auch Sie nehmen doch im Geschäft ein ausgewähltes Produkt lieber gleich mit - als darauf warten zu müssen. 

So steif? TeilnehmerInnen stellen sich der Reihe nach vor...

Für TeilnehmerInnen, die Sprechhemmungen haben - und das sind die meisten - oft eine Horrorvorstellung: Jeder muß sich vorstellen: Name, Beruf, Ort etc.

Abgesehen davon, dass man sich nicht in kürzester Zeit alle Details merken kann, ist es lockerer und angenehmer, wenn man diese Details auf die 90 Minuten verteilt. Außerdem ist es manchen Teilnehmer/innen in den ersten Minuten unangenehm, den Beruf zu nennen, weil man weiß, dass damit oft Vorurteile oder unangemessene Erwartungen verbunden werden, die einen unter psychischen Druck setzen.

Hat man gezeigt, dass man ein netter Mensch ist, verrät man gerne, dass man Finanzbeamter ist und die anderen lachen sogar darüber. Manche Teilnehmer finden es auch nervig, wenn sie immer wieder Namen, Hobbies und Job nennen müssen, z.B. wenn es wegen Urlaubsvertretungen mehrere Trainerwechsel gab.

Copyright 2018, OK-Englisch-Training, Harald Schneider
Impressum - AGB - Datenschutzerklärung