Unbequem, aber wichtig.


... your English-Job-Boosting!

OK-Trainings-Mix - 6. Definitions

Die Aufnahme und das ständige Training von (neuen ) Wörtern ist natürlichen Begrenzungen unterworfen. Wie sollte sich jemand von Woche zu Woche neue Vokabeln merken können, wenn er diese kaum oder gar nicht trainiert?

Aber es gibt Techniken, die man während des Trainings nutzen kann, um sich neben dem sachten Aufbau von Vokabular durch Flexibilität unabhängiger zu machen. Besser und motivierender als ständiges Lernen ist es, mit dem bereits vorhandenen Vokabular möglichst viel erreichen zu können.

Das bereits Vorhandene ist nicht erst in Monaten oder Jahren nutzbar sondern JETZT. Ohne Ausreden - Jetzt. Wie? Indem Sie Definitions trainieren!

Warum Definitions?

Ziel des Definition-Trainings ist es, das unbekannte englische Wort möglichst spontan und direkt so zu umschreiben, dass die GesprächspartnerInnen sofort wissen, welches Wort, welche "Bedeutung" wir meinen.

Je unkonkreter unsere Definition ist, desto mehr Deutungen bleiben der Phantasie des Partners überlassen. Je konkreter Ihre Umschreibung, desto unverwechselbarer Ihr Wortbild.

Nachteil wenig treffender Beschreibungen ist, dass Ihr Gesprächspartner viele Bedeutungen rät und es Ihnen wiederum überlässt, alle diese geratenen Begriffe als Vokabel zu kennen und das richtige Wort nach dem Zufallsprinzip herauszufischen.

Je treffender die Beschreibung ...

... desto treffender die Verständigung. Vermitteln Sie Ihren TeilnehmerInnen dabei bitte folgendes: Überlegen, "was macht das zu erklärende Wort einzigartig, unverwechselbar?"

Das Wort soll nicht der deutsche Nachbar erkennen, sondern ein Mensch, der einem anderen Kulturkreis angehört, der eine andere Mentalität, andere Erfahrungen, andere Bildung hat. Beispiele, die auf den eigenen Kulturkreis zum zurückgreifen, sind deshalb oft ungeeignet.

Teilnehmer-Beispiel: Das Wort "Ei" wird einem Araber erklärt: " We seek it on Easter?" Woher soll der Araber wissen, was wir an Ostern suchen? Besser und konkreter wäre da schon das Beispiel: "Round product of a chicken. You can eat it."

Definitions brauchen nicht sprachlich elegant sein. Sie müssen wirken. Es gibt generell keine schlechten Definitions, nur welche, deren Bedeutung man nicht erkennt, deren Inhalt ausschweifend und missverständlich ist.

Was gibt es noch zu beachten?
Definitions bedeutet nicht Geschichten zu erzählen. Definitions heißt, Zusammenhänge auf den Punkt zu bringen. Je einfacher Zusammenhänge dargestellt werden, je kürzer der erklärende Satz, desto größer der Erfolg auf einen Treffer beim Gesprächspartner.

Noch einmal: Definitions sind keine schwierige Schulübung ohne jeden Praxisbezug. Sie helfen ganz konkret, entfallene oder unbekannte englische Wörter gezielt zu umgehen. Die positiven Erfahrungen aus diesem Training motivieren Ihre TeilnehmerInnen nicht unbedingt in den ersten 2-3 Stunden, wohl aber später und spätestens bei ihrem nächsten Spontan-Talk mit einem Amerikaner.

Definitions

So geht´s!

Ihnen, als Trainer, fallen Definitions auch schwer?

Das ist normal, weil ungewohnt. Ein Grund mehr sich ins Training zu stürzen und selbst von den Erkenntnissen zu profitieren. Versteht Sie jemand, wenn Sie etwas auf Englisch umschreiben. Irgendwann benötigen auch Sie dies Fähigkeit, spätestens dann, wenn Ihre Kinder oder Enkelkinder fragen: “Was bedeutet Ewigkeit?”

Dies ist unter anderem auch ein Grund, warum manche TrainerInnen diesen wichtigen Trainingspunkt "mal eben unter den Tisch fallen lassen!"
Bei OK fällt dies auf, weil diese TeilnehmerInnen eindeutig schlechter kommunizieren können - in Englisch - als TeilnehmerInnen anderer Gruppen. Von eonem Auslandsaufenthalt kommen sie eindeutig demotivierter zurück und sind weniger gewillt einen Anschlusskurs zu buchen.

Da Definitions unabhängig machen vom "Trainer-Souffleur" und vom Dictionary sollten auch TrainerInnen, die sich damit schwerer tun, diese Techniken üben. Übung macht den Meister und nach anfänglichem Murren macht es nach einigen Wochen allen Spaß - TeilnehmerInnen UND TrainerInnen.

Stellen Sie sich und anderen immer die Frage: “Würde ein Amerikaner, Afrikaner, Inder, Australier oder Europäer meine englische Definition verstehen?” Er hat andere Wertevorstellungen, eine andere Bildung, mit anderen Schwerpunkten, eine andere Mentalität.

Mit welchen Wörtern trainieren wir?

Sie ahnen oder wissen es bereits: Am schnellsten geht alles mit Ihren Vokabelkarten, da Vorschläge aus dem sprechaktiven Publikum meist spärlich fließen und Zeit fressen.

Die Karten sollten in jedem Trainingsraum sein (falls nicht, bitte mir per Tagesbericht melden).

So geht´s:
Unsere Karte zeigt den Begriff “Rum”, Rückseite “rum”.

.Jeweils 1 Karte geben wir dem, der die nächste Definition erklären soll. Wissen alle, welche Bedeutung gemeint ist, nehmen wir die Karte zurück und legen sie in einen Umschlag.

Dieses Wort kann unter diesem oder einem anderen Trainings-Mix-Punkt (Fragestellung, Vokabular) wiederholt werden. Bitte beschriften Sie den Umschlag und legen ihn in Ihr Trainerfach. Weiter geht es mit TeilnehmerIn Nr. 2 usw.

Es geht um die Bedeutung, nicht um das Wort selbst.

Manche englischen Begriffe, die umschrieben werden, sind bekannt, andere dagegen nicht. Es geht bei dieser Übung weniger darum, dass der englische Begriff "geraten" oder gewusst wird, sondern, dass über die konkrete Umschreibung die Bedeutung des Wortes klar wird.

Genau diesen Effekt brauchen wir bei einem Gespräch mit einem englischsprechenden Gesprächspartner. Das Wort selbst ist nicht bekannt aber der Inhalt kann knapp und konkret vermittelt werden - nach dem Grundsatz: "Was genau macht dieses Wort unverwechselbar und einzigartig?"
Damit Missverständnisse, Fehldeutungen ausgeschlossen bzw. minimiert werden können.

Ihr Erfolg: Positiver Trainings-Abschluss

Wichtig! Achten Sie unbedingt darauf, dass das Training am Schluss positiv empfunden wird.

Am besten Sie lassen das Training regelmäßig mit einem Spiel ausklingen. Das hat den Vorteil, dass am Ende wirklich alle TeilnehmerInnen noch einmal zum Sprechen kommen. Dieses gute Gefühl bestimmt auch, ob einzelne TeilnehmerInnen nächste Woche zum Training kommen oder mit Ausrede fehlen.

Schließen Sie das Training möglichst auf keinen Fall mit ...
- Grammatik!
- einer Diskussion (die Fragen und Ärger nach sich ziehen) ...
- einem Gespräch, bei dem nicht alle aktiv waren (und die passiven zuhause zu dem Schluss kommen, “es bringt mir nichts!”
   schwierigen, schwer verständlichen Inhalten.

Ein angenehmes, einfaches, lustiges Ende bedeutet gleichzeitig einen einfachen Einstieg nächste Woche mit möglichst kompletter Gruppe.

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